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"Ich hab da mal ein paar Kopien für Sie ..." oder die Geißel Gottes

In Zeiten, in denen die Katholische Kirche sich aufgrund zahlreicher Austritte besonders um ihre Schäfchen kümmern musste, schickte sie ihre durchschlagkräftigste und gefürchtetste Waffe in den Kampf um das Seelenheil der Menschheit, die Geißel Gottes: Christiane Braß.Ihr erstes Erscheinen ließ noch auf einen geruhsamen Religionsunterricht hoffen: Engelsgleich schwebte sie in den Saal hinein und sofort breitete sich ein Licht der Erlösung im Raum aus (oder es hatte einfach jemand das Licht angemacht).Doch jener erste himmlische Eindruck wich der Erkenntnis, dass wir an der Schwelle von Luzifers Pforten standen: Die erste Strafe von biblischem Ausmaße war die Ankündigung der Verdammung der geknechteten Schüler zum Schreiben von Stundenprotokollen. Diese Maßnahme, schon zu Inquisitionszeiten bekannt, ließ Heerscharen von Jüngern das Heil in Volker Göttels atheistischem Ethikkurs suchen. Doch der Geißel Durst nach Vergeltung und Strafe war noch nicht gestillt: Es folgte die Aussetzung von Ablaßzahlungen (horrende Kopiergelder), um nur wenigen priviligierten Seelen den Eintritt ins Jenseits zu ermöglichen. Ihr Unterfangen war nur teilweise von Erfolg gekrönt: Es blieb noch ein harter Kern von unbekehrbaren Skeptikern auf der einen, sowie treuen, willenlosen, von Demut erfüllten Gottesfürchtigen auf der anderen Seite übrig. Ihr nächster Schritt sollte den Widerstand der unbeugsamen Skeptiker (M.A., A.B., F.M.) zerbrechen: So ward jegliche Kritik durch ein höhnisches Lächeln gebannt und den kritischen Stimmen wurde die Exkommunizierung angedroht. Der Stärkung ihrer Position, welche man auf einer Stufe mit der Heuschreckenplage zu Mose Zeiten stellen muss, trug auch die Transformation von durch Skeptizismus geprägten Antworten in fromme Dogmen bei, welche uns beinahe den Widerstandswillen raubte. Aber unsere Reihen blieben fest zusammengeschweißt und der Keil der Geißel vermochte uns nicht zu spalten. Der Lorbeerkranz des Sieges war für uns in greifbare Nähe gerückt, als sie in höchster Not ihren roten Schergen Dr. Meurer beschwor, welcher uns von nun an malträtieren sollte. Doch mit Mephistopheles Bei- und Verstand umschifften wir auch diese rote Klippe der himmlischen Finsternis und der Scherge ward in unseren Sphären nie mehr gesehen. Nachdem uns nun die geballte Macht von oben nichts hatte anhaben können, resignierte die Geißel Gottes, was ihrem Ansehen unter den Apokalyptischen Reitern sehr schadete: Sie erließ uns zu guter Letzt die allseits verhassten schriftlichen Zusammenfassungen unserer Anstrenungen und Qualen, anscheinend mit der Hoffnung auf unser verdientes Ende am Tag des Jüngsten Gerichts. Als der Zeitpunkt der Götterdämmerung (die letzte Religionsstunde) gekommen war, hatten wir trotz allem Erfolg einige gefallene Mitstreiter zu bedauern, welche im Moment unseres Triumphes nur im Geiste bei uns weilen konnten. Sind Sie als unvoreingenommener Leser trotz unserer glaubhaften und natürlich rein objektiven Darstellung der Geschehnisse nun immer noch nicht von der Wahrhaftigkeit der Geißel Gottes überzeugt, so öffnet ihnen hoffentlich die Schilderung der Plagiatsplage (massenhafte Kopienverteilungen) die Augen: Noch im Freudentaumel über unsern errungenen Sieg wurde uns auf unheimliche Art klar, wie knapp wir ihrer perfiden Taktik der unbewussten Beeinflussung mittels tausender und abertausender Kopien von Texten des allseits beliebten und bekannten Theologen Hans Küng entronnen waren. Jener letzte Trumpf, den sie ausgespielt hatte, stach jedoch nicht: Aufgrund unseres ignoranten Verhaltens bezüglich der Texte und der darauf bezogenen Fragestellungen gelang es uns unsere verlorenen Seelen unrein und schuldig zu erhalten. (Man muss ihr jedoch zu Gute halten, dass sie trotz unserer destruktiven Art der Diskussionsführung, welche nichtsdestotrotz den Unterricht bereicherte, bis zum Ende durchhielt).


In nomine patri:

Die Skeptiker des Gk KRel 5: André B. und Florian M.